Ystad und ein bisschen mehr:

Die fast 40 Seemeilen lange Überfahrt von Rönne nach Ystad war ein Traum. Gleichmäßiger Wind mit 3 Beaufort Stärke, kaum Welle und segeln am Wind. Was will man mehr. Dementsprechend war die Stimmung an Bord hervorragend.


Das und die Vorfreude auf das Fußballspiel um den DFB Pokal zwischen unserem VfB Stuttgart und Bayern München am heutigen Abend des 23. Mai, brachte uns sogar musikalisch auf Höchstform.


Und so brachten wir die gute Laune nach Ystad und legten gegen 14:30 Uhr am Gästesteg an. 


Nachdem das Schiff gerichtet war und der obligatorische Anlegedrink  geschmeckt hatte, zogen wir los um Ystad zu erkunden. Katinka, Andrea und ich waren schon in Ystad, was für Tobi drei Fremdenführer bedeutete. Er trugs mit Fassung.

Fußgängerzone, Marktplatz und Kloster standen auf dem Programm.





Am Abend wurde Fußball geschaut, mit einem fantastischen VfB Stuttgart in der ersten Halbzeit. Leider hat das Spiel auch eine zweite Halbzeit, in der Harry Kane von Bayern München drei Tore schoss und somit den Traum der Schwaben zum wiederholten Sieg des DFB Pokals beendete.

Wir nahmen es an Bord sportlich und freuten uns, DFB Vize Pokalsieger sein zu dürfen. Nach einem Absacker (leckeres Getränk vor dem zu Bett gehen😋) ging es in die Kojen.

Der nächste Tag bescherte uns Ausschlafen und ein Frühstück im Cockpit, bevor wir uns auf eine kleine Wanderung am Strand entlang machten. Auch schön, aber kein Vergleich zu dem feinen Sandstrand auf Bornholm. Später im Ort entdeckten wir noch die ein oder andere Kuriosität. Beispielsweise ein Mönch zwischen Stiefmütterchen, aber auch extravagante Hutträger.



Als Leser von Kriminalromanen und speziell von Handlungen um Kommissar Wallander, der in Ystad zuhause ist, ist es ein Muss das Wohnhaus des Kommissars zu besuchen.

Wir liefen durch die halbe Stadt und fanden "Das":


So wohnt also eine Romanfigur. Man sieht, er ist ein Mensch wie Du und ich 😄!
Abends gingen wir noch schön Essen, bevor uns auch schon am nächsten Tag der Abschied von Katinka und Tobi einholte.



Ihr Zug ging um 14:16 Uhr nach Kopenhagen, von wo aus sie dann nach Stuttgart zurückgeflogen sind.

Sie waren 10 Tage bei uns an Bord. Wir sind zusammen 193 Seemeilen gereist, davon 122 Seemeilen rein unter Segel. Für Tobi war das Leben an Bord und Segeln mit einem Segelschiff das erste Mal. Er hat sich hervorragend geschlagen und ist die Karriereleiter steil nach oben gestiegen. Nach seinen eigenen Aussagen hat es ihm viel Spaß gemacht. 

Wir Zurückgebliebenen legten für den restlichen Tag noch einen großen Waschtag ein und machten klar Schiff. Da wir aufgrund des starken Windes, der auch noch aus der falschen Richtung kommt, mindestens noch bis Donnerstag in Ystad bleiben werden. Zwei Tage die es zu füllen gilt. 

Abends am Abreisetag der beiden durften wir noch einen alten Zweimaster bei uns im Hafen bewundern. Respekt vor dem Skipper, der sein Boot gut im Griff hatte.


Am darauffolgenden Tag, dem ersten unserer beiden Rasttage, machten wir uns auf, um einen Ersatz für unsere kleine Waschwanne zu finden. Nach 10 Jahren hat sie einen Riss bekommen und ein Teil von ihr ist abgebrochen. 

Mit vollem Elan zogen wir los und besuchten einen Baumarkt, einen Jysk, einen Willis und schauten in einem Haushaltswarengeschäft vorbei. Leider ohne Erfolg. Aber mit Gewebeband lässt sich so einiges reparieren.


Ein weiteres Vorhaben stand an diesem Tag noch auf unserer Agenda. Der Besuch von Korv Olle, der legendären Wurstbraterei in Ystad. Wir hatten vor ein paar Wochen im Fernsehen einen Reisebericht über Südschweden gesehen, wo genau diese vorgestellt und sehr gelobt wurde. 

Vom Hafen aus sind es gut 5 Kilometer zu Fuß und quer durch die Stadt in ein Industriegebiet. Und tatsächlich, da war sie, die legendäre Wurstbraterei Korv Olle, integriert in eine blecherne Lagerhalle.



Hungrig und erwartungsvoll gingen wir in die Halle. Der Verkaufsraum war klein und erinnerte eher an die Flower Power Zeit und an den Stil von Highway No1 in Kalifornien. 

Also echt cool! Allerdings blieb es bei dem Vorhaben eine Wurst dort zu essen, da wir nicht bezahlen konnten. Der Kreditkartenleser war defekt und Bargeld hatten wir nicht bei uns. Braucht in Schweden normalerweise auch kein Mensch. Aber ...!

So wackelten wir mit einer Erfahrung mehr wieder unverrichteter Dinge 5 Kilometer zurück in unseren Hafen. Aber sehen wir es positiv, Bewegung ist gesund - und dafür hatte die Fischräucherei im Hafen einen köstlichen Hering! Ist eh gesünder als so eine fettige Wurst.

Für den zweiten "Rasttag" entschieden wir uns, einen Ausflug nach Lund zu machen. Man fährt von Ystad ungefähr eine Stunde mit dem Zug nach Lund.


Lund ist eine alte und bedeutende Bischofsstadt mit einem beeindruckenden Dom und eine Universitätsstadt. Man sagt sogar, dass die Universität in Lund, speziell bei den Naturwissenschaften, führend in ganz Schweden ist. Zudem besitzt Lund noch einen sehr schönen Botanischen Garten und eine nette Altstadt.

Hier ein paar Bilder vom Rathausplatz, der Universität, dem Domplatz und dem Dom.





Wir besuchten auch das Innere des Doms, mit der Krypta aus dem 13. Jahrhundert und mit seiner aus dem 16. Jahrhundert stammenden astronomischen Uhr.




Wir schlenderten noch durch die Stadt, aßen fein zu Mittag und fuhren am späten Nachmittag wieder mit dem Zug zurück nach Ystad. 

Am Abend bereiteten wir schon unser Schiff für den nächsten Tag vor. Wir wollen früh los, da es erstmals nach 4 Jahren wieder in deutsche Hoheitsgewässer gehen wird, nämlich nach Rügen. Es wird ein fast reiner Südkurs mit ungefähr 60 Seemeilen über die zentrale Ostsee sein. Bei westlichen Winden also die perfekte Bedingungen. Wir werden sehen.



Ahoi

Andrea + Wolfgang




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