Karlskrona, eine Überfahrt und Kalmar:

Glücklich, in Karlskrona angekommen zu sein, wurden wir auf die nächste Geduldsprobe gestellt. Wann passt es vom Wetter her, den Kalmarsund hinauf nach Kalmar zu segeln? 

Fragen die sich dabei stellten waren unter anderem, machen wir es in einem Hub oder leisten wir uns einen Zwischenstopp, beispielsweise in Kristianopel. Immerhin sind es, je nach Route, zwischen 52 und 60 Seemeilen.

Fakt ist, wir durften vier Tage in Karlskrona bleiben, bevor wir am fünften Tag wieder loszogen. Immer gut beschützt von der Küstenwache.



Die Stadt bietet viel und ist uns zwischenzeitlich gut bekannt. Deshalb machten wir einen Ausflug zur Insel Äspö und der Festung Drottningskär. Wir waren zwar schon einmal da, aber die Festung hat nur in den Sommermonaten geöffnet, so dass wir damals vor verschlossenen Türen standen. Diesmal sollte es aber gelingen!


Drottningskär ist eine beeindruckende Festung, die zusammen mit der Festung Kungsholmen früher die enge Zufahrt nach Karlskrona kontrollierte. Dicke Mauern zeugen von der Wehrhaftigkeit.




Im Innenhof, im ehemaligen Kommandantenhaus befindet sich heute ein kleines Restaurant mit empfehlenswerter Küche.


Auf dem Rückweg suchten wir mehr oder weniger vergeblich nach Heidelbeeren und kamen an schönen Stränden der Insel vorbei.



Am nächsten Tag wurde gewaschen, das Boot geputzt und notwendige "Büroarbeit" erledigt.


Auch erkundeten wir die nähere Umgebung und fanden neue Blickwinkel auf unseren Hafen.



Da Karlskrona ein wichtiger Marinestandort von Schweden ist, gibt es hier ein Marinemuseum und auch "lebendige" Museumsschiffe, wie beispielsweise ein mit Gasturbinen angetriebenes Schnellboot R142 der Ystad Klasse.



Aber wir nutzten auch schöne Stunden am Morgen um frühschwimmen zu gehen. In einem alten Hafenbecken in der Nähe des Marinemuseums gibt es ein sehr schönes Meeresschwimmbad.



Schön war auch, dass wir meinen alten Kollegen Bernhard mit seiner Tochter Lisa noch trafen. Sie sind auf Paddeltour durch Südschweden und sind wetterbedingt in Karlskrona gestrandet. Es ist schon etwas komisch, dass wir uns immer in Schweden treffen. So geschehen nämlich vor zwei Jahren in Strömstad, kurz vor der norwegischen Grenze. Wir hatten eine nette Zeit bei uns an Bord.


Irgendwie ist es das Jahr der vielen Treffen. Liegt wohl unter anderem an der diesjährigen Reiseroute.

Apropos Reiseroute. Nach dem Studium vieler Wetter Apps und Vorhersagen, entschieden wir uns die Strecke nach Kalmar in einem Rutsch am Samstag, 08. August zu machen. Winde von 4-5 Beaufort aus West sollten uns eine schnelle Fahrt ermöglichen, was dann auch geschah. Abgesehen von ein paar bösen Böen mit bis 23 Knoten, also 6 Beaufort, war es eine schnelle Fahrt bei akzeptabler Welle von 0,5 Metern.



Wir erreichten Kalmar nach knapp 9 Stunden um kurz nach 16 Uhr und fanden einen gut besuchten Hafen vor. Einen Liegeplatz zu bekommen war trotzdem kein Problem.


Was wir vorher nicht wussten war, dass an diesem Wochenende das große Stadtfest in Kalmar stattfand. Kurz, es gab Remmidemmi und Rummel im Hafen, in den Parks und in der ganzen Innenstadt.



Der Höhepunkt aber war ein Konzert der in Schweden sehr bekannten Gruppe "A-Teen", die auf einer Bühne auf dem Marktplatz für gute Stimmung sorgten.



Wir hörten eine Weile zu, gingen dann aber doch wieder zurück an Bord. Schließlich sind wir schon um 5:30 Uhr aufgestanden.

Nach einer langen Nacht mit Ausschlafen entschieden wir uns an dem windigen Tag eine Wanderung zur Insel Stensö zu machen. Es ging durch den schönen Park mit herrlichem Blick auf die Festung von Kalmar. 


Wir kamen auch an einem Campingplatz vorbei der einen Hüpfpilz hatte. Wir konnten der Versuchung nicht widerstehen.



So verging auch dieser Tag sehr schnell, unter anderem auch mit investierter Zeit für unseren Blog.

Morgen wollen wir nach Borgholm auf Öland weiterziehen, bevor es wahrscheinlich am Donnerstag an die Nordwestspitze von Öland, nach Byxelkrok geht. Dort wollen wir das Wochenende bleiben und dann nach Blankaholm fahren. Das ist soweit der Plan. Aber Segeln und Planen ist oft ein Widerspruch. In diesem Sinne,




Ahoi

Andrea + Wolfgang


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