Weiter Richtung Osten bis Bornholm:
Das Warten in Warnemünde hatte ein Ende und es ging am 29. Juli weiter zum Inselhafen Prerow. Unterwegs begegneten wir noch einer schönen alten Rarität, DDR 7, die sich wahrscheinlich gerade in Szene setzen ließ.
Toll, was einem so unterwegs auf dem Wasser begegnet. Nach einer Fahrt über ruhiges Wasser bei kaum Wind kamen wir gut im Inselhafen Prerow an. Der Inselhafen Prerow liegt am Darß und ist als Nothafen deklariert, da ansonsten zwischen Warnemünde und Barhöft keine Anlegemöglichkeit bestehen würde. Früher gab es den Darßer Ort, der allerdings mitten im Naturschutzgebiet liegt und immer zur starken Versandung neigte. Mit viel Geld wurde deshalb der Inselhafen, verbunden mit einer 700m langen Seebrücke, vor Prerow gebaut. Man liegt mitten in der offenen See. Spektakulär! Nur mit entsprechender Anmeldung, was gleichzeitig einer Reservierung entspricht, hat man Anspruch auf eine Übernachtung.
Am Ende der Seebrücke kommt man an den Strand, an dem auch die Promenade zum Ort Prerow beginnt.
Geht man den Weg wieder zurück zum Hafen und das mit der entsprechenden Abendstimmung, dann bekommt man folgende Bilder.
Wichtig zu wissen, die Stege sind sehr hoch und sind rund angeordnet, also macht es Sinn vorwärts anzulegen.
Wir verließen Prerow am nächsten Morgen schon kurz nach 6 Uhr um einen weiten Schlag nach Lohme auf Rügen zu machen. Immer auch mit der Warnung des Deutschen Wetterdienstes im Rücken auf schwere Gewitter am Abend. Wir kamen gut am Nachmittag in Lohme an und bekamen ohne Probleme Platz.
Lohme ist ein kleiner Hafen mit vielen Anglern und liegt an einer Steilküste. Von Lohme aus kann man auch gut zu den Kreidefelsen, unter anderem dem Königstuhl und der Stubbenkammer, gelangen. Der Weg dahin ist ungefähr 5 Kilometer lang. Berühmt wurden die Kreidefelsen durch Bilder, gemalt von Caspar David Friedrich.
Am steinigen Strand von Lohme gibt es auch große Findlinge mit Geschichte. So der Schwanenhals, keine 100m weg vom Hafen.
Am Abend kamen dann die vom Wetterdienst vorhergesagten Gewitter, mit Windböen um 40 Knoten und Starkregen. Gottseidank wurden wir vor Hagel und sonstigen Schäden verschont, da das Gewitter sich nicht direkt bei uns entlud.
Am nächsten Morgen war alles so als ob nichts gewesen wäre, selbst das Meer hatte sich weitestgehend beruhigt. So legten wir wieder kurz nach 6 Uhr ab, um uns auf die weite Strecke nach Rönne auf Bornholm zu machen. Wir fuhren in Richtung Sonnenaufgang.
Der Wind passte und wir konnten schön segeln.
Auf unserer Strecke Richtung Bornholm gibt es drei größere Windparks. Wir entschieden uns zwischen dem Windpark "Wikinger" und dem Windpark "Arkona Becken Südost" durchzufahren. Wissend, dass sie sehr eng beieinander liegen.
Als wir unserer "Durchfahrt" immer näher kamen, meldete sich per Funk die Seeleitstelle "Sassnitz Traffic" und verwies uns auf das Durchfahrtsverbot genau zwischen diesen beiden Windparks. Hintergrund ist, dass beim Durchfahren der geforderte Mindestabstand von 500m zu den Windrädern nicht gewährleistet ist.
Wir hatten uns das zuvor auf der Karte angeschaut und waren der Meinung durchfahren zu können. Aber mit dieser klaren Anweisung mussten wir nun den Windpark umfahren, was gleich 5 Seemeilen mehr bedeutete.
Dafür wurden wir anschließend mit herrlichstem Segeln belohnt, abgesehen von der manchmal noch auftretenden alten Welle vom Gewittersturm des Vorabends.
So kamen wir gut in Rönne an und fanden auch genügend freie Plätze im Hafen.
Wir waren mit den letzten drei Tagen sehr zufrieden, immerhin nutzten wir das Wetterfenster optimal und fuhren 123 Seemeilen weit von Warnemünde bis Rönne. Jetzt warten wir auf das nächste gute Wetter um von Bornholm an die schwedische Südküste zu gelangen, am liebsten bis nach Karlskrona.
Aber Bornholm ist eine wunderbare Insel, auf der man auch ein paar Tage bleiben kann. Gottseidank sind wir nicht in Eile.
Ahoi


















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