Klintholm auf der Insel Møn:
Unter Motor fuhren wir von Stralsund den Strelasund hinauf, passierten Barhöft und gingen kurz nach dem Passieren der Südspitze von Hiddensee auf Kurs Klintholm. Dann kam der Wind zuerst noch schwach aus Nordwest, dann aber stärker werdend und drehend auf West. Das bedeutete für uns Segel setzen und endlich segeln.
Der Wind entschied sich, wie vorhergesagt, weiter in Richtung und Stärke zu unseren Gunsten zu entwickeln, was uns wieder eine schnelle Überfahrt bescherte. Immerhin querten wir jetzt schon zum 4. Mal die offene Ostsee und hatten am Ende 48 Seemeilen auf der Logge. Bei dieser Aktion hatten wir auch Besuch. Ein neugieriger Schweinswal sichtete unser Boot und wir ihn auch. Ein schönes Erlebnis.
Wir machten in Klintholm im inneren Hafen am 1. Juni gegen 16 Uhr fest.
Wir inspizierten den Hafen und fanden eine kleine Bar, in der wir uns einen Cocktail gönnten.
So verging der Tag voll schnell und wir gingen in die Kojen.
Der nächste Tag weckte uns mit Sonne und so wurde ein großes Ziel unserer Reise in die Tat umgesetzt. Der Besuch der Kreidefelsen oder auch Klippen von Møn.
Mit unseren Fahrrädern machten wir uns auf die 7 Km lange Strecke zu den Klippen.
Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass die Klippen von Møn seit 2025 zum UNESCO Weltkulturerbe zählen. Natürlich sehr zur Freude von Andrea.
In dem dort eingerichteten Naturpark kann man tolle Wanderungen machen. Wir entschieden uns für einen Rundweg der zuerst am Klippenrand entlang ging, dann 500 Stufen hinab zum Strand führte und - welche Überraschung - auch anschließend wieder 500 Stufen hinauf von uns abverlangte. Aber es war es absolut wert! Hier die Eindrücke! Bilder können an dieser Stelle mehr als tausend Worte erzählen.
Einzigartig, ein Traum! Viele Stimmen sagen auch, dass die Kreidefelsen von Møn denen von Rügen mit dem berühmten Königstuhl in nichts nachstehen. Ja sogar mit ihren 128 Metern Höhe imposanter sind.
In diesen Wettstreit wollen wir gar nicht einsteigen. Wir fanden sie auf jeden Fall toll!
Weiter ging es mit unseren Fahrrädern zum Høvblege. Einem Hügel voll mit blühendem Süßklee und Wildlein, auf dem es auch den sehr seltenen großen blauen Schmetterling geben soll. Den fanden wir trotz aufwändiger Suche nicht, allerdings war die urige Wiese wunderschön.
Wenn man schon auf einen Hügel steigt, dann hat man in der Regel auch eine schöne Aussicht, so auch hier, das ist Møn und natürlich Andrea😇!
Auf der Rückfahrt kamen wir an schönen Höfen mit saftigen Wiesen vorbei, auf denen Kühe mit ihren Kälbern sich das leckere Gras schmecken ließen.
Kurz vor unserem Hafen kamen wir noch an einem Straßenschild vorbei, das uns sofort an unsere Tochter Katinka erinnerte.
So verging ein schöner Tag wie im Fluge. Wir waren froh ihn so genutzt zu haben, da für den nächsten Tag Regen angesagt war. So planten wir einen gemütlichen Tag an Bord, nutzten allerdings noch den Vormittag um vor dem großen Regen eine Strandwanderung zu machen.
Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass es links und rechts vom Hafen schöne Sandstrände gibt.
Damit wurde die Badesaison für uns beide eröffnet. Zumindest in einem ersten vorsichtigen Schritt.
Zurück an Bord kam es wie vorhergesagt, es begann zu regnen. Aber man kann sich ja behelfen. Andrea hat einen leckeren Kuchen gebacken, den es mit Sahne und von Katinka produziertem Eierlikör in unserem Cockpit unter der Kuchenbude (einer Art Zelt) gab.
Zwischenzeitlich haben wir Donnerstag und der Plan war mit dem öffentlichen Bus nach Stege, dem Hauptort von Møn, zu fahren.
Gesagt getan, hier ist Stege mit einem Blick vom Hafen aus.
Stege ist ein netter Ort mit vielen Geschäften, kleinen alten Häusern, einer schönen Kirche und guten Cafés. Andrea besorgte uns einen kleinen Stadtführer mit dessen Hilfe wir das Städtchen erkundeten. Bemerkenswert ist das alte Stadttor vom 14. Jahrhundert, welches Teil einer Befestigungsanlage war.
Schön ist der Marktplatz mit dem alten Rathaus und generell ansprechend sind die vielen kleinen alten Häuser und Innenhöfe.
Nach ausführlichem Rundgang und Einkauf im Lidl fuhren wir wieder zurück und fanden bei uns im Hafen einen Reisebus der Stuttgarter Straßenbahn AG vor. Die Reisenden aus dem Schwabenland machten eine Bootsfahrt zu den Klippen und kamen gerade von ihrer Exkursion zurück. Soviel Schwäbisch auf einmal haben wir seit wir von zu Hause aufgebrochen sind nicht mehr gehört.
Ja so vergehen die Tage auf Møn. Am Samstag wollen auch wir wieder weiter, tiefer in die dänische Inselwelt hinein. Wir werden sehen, wohin der Wind und das Wetter uns bringen werden.
Ahoi
Andrea + Wolfgang
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